Stimmen der Musiker nach dem Probenwochenende

Die Probenphase ist in vollem Gange und das Probenwochenende in Prüm in der Eifel haben wir erfolgreich hinter uns gebracht. Die Stimmen aus der Kantorei und dem Orchester zur Musik und der anstehenden Reise klingen mindestens genauso gut wie der Elias am Ende des Wochenendes.


Stimmen aus Chor und Orchester


"Der Elias versammelt meines Erachtens alles, was ein fesselndes Musikwerk braucht: Dramatik und  Spannung, aber auch Seelenfreude und Anbetung. Immer erklingt beste Musik, sodass das Singen im Chor, aber auch das Zuhören nie langweilig wird. Vom Probenwochenende kam ich erfüllt zurück; voller Töne und Klänge und neuen Begegnungen mit interessanten Menschen."
- Barbara
 
"Musik verbindet über Landesgrenzen hinweg: Mit dem Elias nach Polen zu fahren und ihn dort vielfach zu singen, eröffnet einzigartige Möglichkeiten der Verständigung zwischen Deutschen und Polen. Dieses Verhältnis ist nicht immer leicht, aber unsere Musik, die sicherlich die Herzen unserer polnischen Konzertgäste erreicht, bildet eine wunderbare Brücke und schafft ein universelles Verständnis. "Er hat seinen Engeln befohlen, dass Sie Dich auf den Händen tragen" spricht jeden Menschen an."
   - Dr. Dirk Reder, Tenor 
 
"Die Konzertreisen mit dem Kreuzkirchenorchester waren für mich immer Highlights (Schweden 2002, Belgien 2023 (?)). Unterwegs sein mit Gleichgesinnten, dabei Neues kennenlernen und Menschen begegnen, die zwar fremd sind, aber durch ihr Interesse an der Musik und ihren Inhalten trotzdem in einer Verbindung stehen - diese Kombination ist einfach unschlagbar! 
Wir haben mehr Gemeinsames als Dinge, die uns trennen! Nur zusammen können wir auch bewirken, dass unsere Werte über die Ländergrenzen hinweg sichtbar und lebendig werden! Je mehr persönliche Kontakte es zwischen Bürgern verschiedener Staaten gibt, desto schwerer haben es populistische und nationalistische Kräfte, Hass und Abspaltung zu säen."
- Christoph
 
"Gerade in der heutigen Zeit mit ihren Verwerfungen in der internationalen und europäischen Politik liegt mir der persönliche und kulturelle Austausch mit unseren Nachbarländern sehr am Herzen. Die wechselhafte polnisch-deutsche Geschichte ist mir insbesondere durch die Lebensgeschichte meines Vaters, der als Deutscher nach dem 2. Weltkrieg seine Heimat in Polen verlassen musste, sehr bewusst. Trotz oder auch wegen schlimmer Erlebnisse hat er immer die Bedeutung guter Nachbarschaft der beiden Nationen hervorgehoben. 
Die öffentlichen Gelder für kulturellen Austausch sind wie viele andere Bereiche von Einsparungen betroffen. Um so bedeutsamer werden gemeinsinnige Finanzierungswege wie Crowd-Founding." 
- Volker 
 
"Mein aktuelles Lieblingsstück ist „Der Herr ging vorüber“ aufgrund der Tonmalerei im Orchester und Chor und der Dynamik, verbunden ganz gezielt mit der Aussage. Vom Sturmwind in den Streichern über das Erdbeben, durch das Feuer und am Ende im Säuseln des Windes, einfach wunderbare Musik, die Spaß macht.
Das Probenwochenende war intensiv und zugleich sehr schön, da wir wirklich fokussiert sowohl an einzelnen Stellen geprobt haben als auch einen Gesamteindruck des Werks bekommen konnten durch die gemeinsamen Proben der Ensembles. Außerdem gab es dort Zeit, sich gegenseitig näher kennenzulernen, das gute Wetter zu genießen im schönen Prüm und einen wunderbaren bunten Abend zu erleben, der mit unglaublich viel Herzblut für diese Chor- und Orchestergemeinschaft entstand.
Ich freue mich schon sehr auf den internationalen Austausch in den Gemeinden vor Ort, das kulturelle Rahmenprogramm, die gemeinsame Zeit mit den Musizierenden, und natürlich auf die wunderbare Musik selbst! Meine Großeltern sind eng mit dem Land und ihren Freund*innen dort verbunden und ich freue mich, erstmals selbst das Land zu bereisen. Wir freuen uns sehr, in euren schönen Kirchen auftreten zu dürfen und diese Musik zu teilen. Vielen Dank für die Gastfreundschaft, wir freuen uns, euch kennenzulernen! 
Musik verbindet auf einer noch tieferen Ebene als Sprache allein es vermag. Sie bewegt etwas Intrinsisches im Menschen und vermag es außerhalb der von uns Menschen so gewohnten Kategorisierungen zu stehen und zu wirken. So können wir uns auf der Reise im allerersten Moment einfach als Menschen begegnen, die diese Musik lieben. Natürlich bleiben die geschichtlich gewachsenen Aspekte weiterhin bestehen, und wir werden nicht vergessen, was Deutsche in Polen besonders im Zweiten Weltkrieg getan haben. Auch dafür wird es Platz geben. Gerade deshalb ist es mir persönlich wichtig, sich als Menschen zu bewegen. Das was uns vereint ist heute stärker als das was uns trennt."
- Sophia
 
"Die Musik ist wunderschön, bewegend, macht glücklich und garantiert einen Ohrwurm nach dem anderen. Am schönsten finde ich „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir“, „Wohl dem, der den Herrn fürchtet“, „Siehe, der Hüter Israels“ und „Zion streckt ihre Hände aus“. Es sind ganz bestimmte Stellen, deren Klang mir das Herz aufgehen lassen. Als Altistin darf ich ganz oft zu diesen Modulationen beitragen - das macht natürlich besonders glücklich.
Das Probenwochenende gemeinsam mit dem Orchester hat viel Spaß gemacht. Wenn man nach einer normalen Arbeitswoche direkt in ein intensives Probenwochenende einsteigt, kann das anstrengend und ermüdend sein. Da die Stücke schon sehr gut klingen und wir viel gemischt (sogar mit dem Orchester) geprobt haben, war viel Energie im Raum. Erst am Sonntagnachmittag habe ich gemerkt, dass ich ziemlich müde war.
In Wrozlaw waren mein Mann und ich schon mal und fanden es sehr schön dort. Für unsere Kinder ist es der erste Besuch in Polen. Neugierig bin ich auf Poznan, wo mein Vater als kleines Kind gelebt hat, und auf unsere Partnerstadt Opole. Ich freue mich auf den Austausch mit unseren Gastgeber*innen, das leckere Essen und auf viele neue Eindrücke. Besonders freue ich mich, dass wir ein Geschenk mitbringen: unsere Musik, die die Menschen in Polen hoffentlich genauso berührt, wie uns. Musik ist wie eine universelle Sprache - sie verbindet Menschen in aller Welt. Sich gegenseitig zu besuchen, für einander oder gemeinsam zu musizieren, schafft Nähe und Gemeinschaft.
Cieszymy się na wizytę u Was i przynosimy Wam naszą muzykę. Muzyka Mendelssohna jest przepiękna. Mamy nadzieję, że spodoba się Wam i poruszy Was tak samo jak nas. Muzyka łączy ludzi jak uniwersalny język. Cieszmy się nią razem."
- Julia 
 
"Mendelssohns "Elias" ist für mich äußerst schöne Musik, ein großes Kunstwerk, hochdramatisch und sehr emotional. Beim Musizieren kann ich die Handlung, z.B. die Wasserknappheit mit dem folgenden Regenwunder, aber auch die Emotionen, z.B. die zunehmende Isolation und Verzweiflung des Elias, vor meinem inneren Auge sehen, sie hören und fühlen. Diese Emotionalität und Bildhaftigkeit erfahrbar zu machen, ist, wie ich vermute, auch ein Ziel der Interpretation und das finde ich sehr lohnend, auch wenn der eigentliche Prozess, in dem Elias sich befindet, nämlich Menschen vom Vielgötterglauben abzubringen, für uns keine Relevanz mehr hat. 
Das Probenwochenende ist, wenngleich - nomen est omen - mit viel Arbeit verbunden, immer ein tolles Gemeinschaftserlebnis, bei dem man mit vielen unterschiedlichen Menschen ins Gespräch kommt, über Musikalisches, Wesentliches und Unwesentliches. Auch das Gespräch über Letzteres kann viel Vergnügen bereiten.
Polen ist ein Land mit einer wechselvollen Geschichte, an dem wir uns im 20. Jahrhundert (und andere Länder sich zuvor in anderen Jahrhunderten) schuldig gemacht haben. Da wir diese Schuld aber nicht persönlich auf uns geladen haben, ist es an der Zeit, miteinander freundschaftlich und nachbarlich zu leben, sich kennenzulernen und miteinander im Austausch zu sein. Wir müssen uns erinnern, aber wir müssen auch vergessen und neue, positive Erinnerungen schaffen. Tatsächlich war ich noch nie in Polen, obwohl sogar ein Elternteil aus Ostpreußen kam. Insofern möchte ich Eindrücke des Landes sammeln, die Atmosphäre schnuppern, europäischen Nachbarn begegnen und Gemeinschaft in und mit der Musik erfahren...Ist es nicht egal, ob wir Polen oder Deutsche sind, wenn wir den "Elias" spielen und hören?  Und bitte achten Sie genau darauf, ob auch wirklich jeder notierte Ton gespielt wird, denn darauf sind wir jetzt schon selbst gespannt!"
- Cordula 
 
"ELIAS verkörpert für mich den Kampf um Gehör in einer ausweglosen Situation und die Hoffnung, das alles gut werden möge. Mein Lieblingsstück ist „denn er hat seinen Engeln befohlen über dir“, weil es einfach traumhaft klingt und so voller Liebe und Hoffnung ist. Das Probenwochenende war ein tolles Erlebnis, da wir zum ersten Mal zusammen mit dem Orchester die Intensität des Werkes gespürt haben. Die gemischte Probe (Chor und Orchester miteinander vermischt sitzend) war eine interessante, unmittelbare tonale Erfahrung.
Von der Konzertreise nach Polen verspreche ich mir tolle Erlebnisse, ein Zusammenwachsen von Chor und Orchester, wunderbare Landschaft und Architektur (v.a. die Friedenskirche in Schweidnitz interessiert mich sehr, besonders aus historischer Sicht). Kommt in unsere Konzerte, genießt die wunderbare Musik aus einer Zeit, in der Europa noch getrennt war, aber musikalisch über die Grenzen hinweg verbunden war.  
Was gibt es in der heutigen chaotischen und in die Extreme gleitenden politischen Zeit verbindenderes als die Musik? Sie überwindet sprachliche und politische Grenzen und wirkt als Katalysator, um Menschen dazu zu bringen, hochwirksam zusammenzuarbeiten, aufkommende Chancen mutig zu ergreifen und gemeinsam gute, zukunftsweisende Entscheidungen zu treffen."

- Christoph 

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